Historie

Auf Anregung von Josef Toni Dillenkofer, dem verstorbenen Direktor der Bayerischen Musikakademie Hammelburg, fand 1994 der erste Joseph-Suder-Liedwettbewerb statt. Er ist konzipiert als Wettbewerb für Sängerinnen und Sänger unter 35 Jahren, um das Repertoire der Liedkunst im 20. Jahrhundert dem sängerischen Nachwuchs näherzubringen und gleichzeitig die jungen Künstler zu fördern. Die jungen Damen und Herren erhalten Gelegenheit, sich mit dem Liedschaffen Joseph Suders und anderer Meister vertraut zu machen. Da sich die Gattung Lied, ausgehend von den großen Leistungen des 19. Jahrhunderts, sehr verschiedenartig bei einzelnen Komponisten entwickelt hat, bedeutet der Wettbewerb für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer u.U. die Bekanntschaft mit Werken auch weniger berühmter Komponistinnen und Komponisten.

Bei dem 1. Joseph-Suder-Liedwettbewerb 1994 in Hammelburg waren Lieder von Joseph Suder, Dietrich Ammende, Armin Knab, Mark Lothar und Anton Würz zu singen; Birgit Beckherrn (Sopran, Hamburg) gewann den 1., Sabine Zeilermeier (Sopran, München) den 2. und Franziska Maria Gottwald (Mezzosopran, Hannover) den 3. Preis. Anerkennungspreise gingen an Robert Eller (Weidenberg, Ofr.) und Irmhild Wiking (Heidelberg). Armin Fuchs (Würzburg) errang den Sonderpreis für Klavierbegleitung.

Im 2. Joseph-Suder-Liedwettbewerb 1996 standen Lieder und Gesänge von Joseph Suder, Dietrich Ammende, Mark Lothar und Othmar Schoeck auf dem Pflichtprogramm. Der 1. Preis ging an Franziska Stürz (Sopran, Würzburg), der 2. an Christopher Jung (Bariton, Leipzig), während der 3. geteilt und Angela de la Rosée (Sopran, Heidelberg) und Susanne Duwe (Sopran, Köln) zuerkannt wurde. Heinrich Martin (Würzburg) wurde mit dem Klavierbegleiter-Sonderpreis ausgezeichnet.

1998 fand der 3. Joseph-Suder-Liedwettbewerb statt, diesmal waren Kompositionen von Joseph Suder, Mark Lothar und Othmar Schoeck zu interpretieren. Silvia Böhm (Sopran, Bad Mergentheim) ersang sich den 1. Preis, der 2. wurde auf drei junge Künstler verteilt: Sabine Goetz (Sopran, Mannheim), Petra Labitzke, (Sopran,Würzburg) und Burkhard Schulz (Bariton, Berlin). Der Berliner Martin Ullrich konnte den Klavierbegleiter-Sonderpreis des Bezirkstagspräsidenten von Unterfranken, Raymund Schmitt, entgegennehmen.

Mit dem 4. Joseph-Suder-Liedwettbewerb 2000 ging die Trägerschaft von der Bayer. Musikakademie Hammelburg auf die Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg über, ebenfalls in Verbindung mit der Joseph-Suder-Gesellschaft, die wieder die Preise in Höhe von DM 15.000.- zur Verfügung stellte. Neben Liedern von Suder konnten die Sängerinnen und Sänger Werke von Komponistinnen und Komponisten des 20. Jahrhunderts nach eigener Wahl zum Vortrag bringen. Den 1.Preis errang Barbara Decker (Sopran, Wuppertal), den 2. Matthias Nenner (Bariton, Detmold), den 3. Ilonka Vöckel (Sopran, Kirchheim/Teck). Den Sonderpreis der Bayer. Volksstiftung für die beste Begleitung wurde von Matthias Wierig, (Köln) gewonnen.

Auch der 5. Joseph-Suder-Liedwettbewerb wurde, vom 11. bis 13. Oktober 2002. von der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, Abteilung Nürnberg, getragen und durchgeführt. Neben Pflicht- und Wahlliedern von Joseph Suder war den Teilnehmern die Auswahl von Liedern des 20. Jahrhunderts freigestellt. Zwei 2. Preise gingen an Nelly Palmer und Lydia Teuscher (beide Sopran, beide aus Mannheim). René Perler (Bassbariton, Fribourg) wurde mit dem dritten, Thomas Schobert, Bass, mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Die bayerische Volksstiftung vergab ihren Sonderpreis für die beste Begleitung an Juliane Ruf.

Im 6. Joseph-Suder-Liedwettbewerb (22. bis 24. Oktober 2004) blieben die Bedingungen der Ausschreibung weitgehend unverändert. 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten sich der Jury, die durch den unerwarteten Tod von Kammersänger Kieth Engen leider reduziert wurde. Wieder war das Niveau der Sängerinnen und Sänger sehr hoch, so dass nach dem überragenden 1. Preisträger Peter Schöne (Bariton, Hagen) die nächsten Platzierten sehr eng in der Punktzahl beisammen waren. Mareke Freudenberg (Sopran, Hannover) errang den zweiten, der Bariton Josef Weinhuber (Würzburg) den dritten Preis. Den Sonderpreis der Bayerischen Volksstiftung für die beste Klavierbegleitung teilten sich Arnaud Arbet aus Frankreich und Tatiana Bergh aus Hannover. Das Preisträgerkonzert überträgt der Bayerische Rundfunk am 10. Januar 2005 auf seiner Welle B 4 zwischen 10.05 und 11.55 Uhr.
In den Juries der Wettbewerbe wirkten mit: Prof. Dr. Franz Hennevogl (Vorsitz), Ulrike Buchs-Quante, Prof. Bürgener, Werner Dörmann, Prof. Louis H. Debes, Kammersänger Kieth Engen, Kammersängerin Prof. Ingeborg Hallstein, Prof. Gyöngyi Kovacs, Arno Leicht, Prof. Eugen Rabine, Prof. Jakob Stämpfli, Helene Steffan.
Bei allen bisherigen Wettbewerben stiftete die Joseph-Suder-Gesellschaft die Preise. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Bayerische Rundfunk sind ebenfalls kontinuierliche Förderer dieses internationalen Liedwettbewerbs.

Turnusgemäß fand der 7. Joseph-Suder-Liedwettbewerb vom 13. bis 15. Oktober 2006 in Nürnberg statt, wieder in der Trägerschaft der Hochschule für Musik Nürnberg. Den 1. Preis errang der Meiniger Bariton Erwin Belakowitsch, der 2. Preis ging an die Sopranistin Anja Fidelia Ulrich aus Fürth und der 3. Preis an Pei-Ying-Lee (Sopran) aus Leipzig. Der Sonderpreis Klavierbegleitung wurde Frau Haruko Ochi (München) verliehen.

Auch der 8. Joseph-Suder-Liedwettbewerb wurde - in der Zeit vom 10. bis 12. Oktober 2008 - in Nürnberg ausgetragen. In diesem Jahr wurde kein 1. Preis vergeben, den 2. Preis errang Christian Eberl aus München (Bariton), der dritte Preis ging an die Sopranistin Steinunn Soffia Skjenstadt aus Island. Für die beste Klavierbegleitung wurde Frau Angelines Rubio Jimenez mit dem Sonderpreis ausgezeichnet

Der 9. Joseph-Suder-Liedwettbewerb wurde erstmals im Studienzentrum der Hochschule für Musik Nürnberg in Neumarkt/Oberpfalz vom 15. bis 17. Oktober 2010 durchgeführt. Den ersten Preis erhielt Andrea Zeilinger (Sopran), den zweiten Preis Anna Nesyba (Sopran) und der dritte Preis ging an Alexandra Hebart (Mezzosopran). Der Preis für die beste Klavierbegleitung wurde in diesem Jahr zwischen Judi Polgar und Trung Sam geteilt.

Der 10. Joseph-Suder-Liedwettbewerb fand diesmal wieder in Nürnberg, erstmals im sehr schönen Heilig-Geist-Saal vom 12. bis 14. Oktober statt. Den ersten Preis erhielt Sibylla Maria Müller (Mezzosopran), den zweiten Preis Hiltrud Kuhlmann (Sopran) und der dritte Preis ging an Fjönir Olafsson (Bariton). Der Preis für die beste Klavierbegleitung erhielt Tobias Koltun.

Bei allen bisherigen Wettbewerben stiftete die Joseph-Suder-Gesellschaft die Preise. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Bayerische Rundfunk sind kontinuierliche Förderer dieses internationalen Wettbewerbs.