Messe

Zu Suders markantesten Werken zählt die Festmesse "Dona nobis pacem". Man kann in ihr eine Art Dankgebet des Komponisten für die Überwindung der Schrecknisse des Zweiten Weltkriegs und für das Überleben sehen. Das Werk, das auch in feierlichen Gottesdiensten seine (damalige) liturgische Tauglichkeit unter Beweis stellte, erfordert einen großen und guten Chor, einen eigenen Kinderchor, vier Solisten, ein sparsam besetztes Orchester und Orgel. Die kurz- und langtextigen lateinischen Hauptteile sind sehr verschiedenartig behandelt: polyphon das Kyrie, mächtig in der Homophonie das Gloria und besonders beachtenswert das textlich so vielschichtige Credo: es baut sich als eine einzige gewaltige Fuge auf, bei der nach der einfachen und zwischen Doppel- und Tripelfuge zwei homophone Teile als Zwischenspiele eingeschoben sind. Das Benedictus wird nur von Solosopran, Solovioline und Orgel bestritten, während das Sanctus gewissermaßen himmlische und irdische Klänge zusammenführt. Wird im Agnus Die in starker Chromatik die eindringliche Bitte um Erbarmen vorgebracht, so zeichnet vor dem sanften Dona nobis pacem ein heftiges und ausgedehntes Orchesterzwischenspiel (die Anlage erinnert an Beethovens "Missa solemnis") das Grauen des Krieges.

Joseph Suder ist es mit diesem Meisterwerk gelungen, die Tradition der großen Orchestermessen des 19. Jahrhunderts würdig fortzusetzen. Trotz bedeutender Anforderungen, insbesondere an den Chor, haben schon viele gute Aufführungen stattgefunden, wovon die in der Klosterkirche Baumburg 1989 unter Lutz Herbig auch im Bayerischen Fernsehen dokumentiert wurde.

TitelEntstehungDauerPremiereHerausgeber
Festmesse in D "Dona nobis pacem"
für Soli, gemischter Chor, Kinderchor, Orchester (Flöte, Oboe (auch Englischhorn), 2 Klarinetten, Fagott, 2 Hörner, 2 Trompeten, 2 Posaunen (2. auch Bassposaune), Pauke, Solo-Violine, Streicher) und Orgel

Siehe auch Kammermusik
194745'1948 GräfelfingAmadeus
BP 1146